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Gedanken zum Vorbereitungstraining

  • Auszüge aus dem Aufsatz von Armin Assinger:

    „Es ist schon verrückt: ein Abfahrts- und Super-G-Läufer kommt pro Saison auf ungefähr 20 Rennen mit einer Dauer von rund 30 Minuten – wenn er nicht hin und wieder früher ausfällt. Und für diese kurze Zeit werden acht Monate in die Vorbereitung investiert, in der es heißt, sich sowohl körperlich als auch mental in eine optimale Verfassung zu bringen.  …. Ich muss trainieren, muss mein handeln automatisieren und kann so an Selbstsicherheit gewinnen. Trainieren heißt handeln automatisieren. ….

    Ein Rennläufer hat also viel Zeit, sich auf die wichtigsten drei Monate des Jahres gewissenhaft vorzubereiten. In dieser Phase bildet das Konditionstraining – in Verbindung mit dem Schneetraining die Grundlage für den späteren Erfolg – und ist mit äußerster Konsequenz durchzuführen. Eine meiner Triebfedern , dabei nicht auszulassen und mich immer wider aufzuraffen waren auch die Gedanken an meine Konkurrenten oder besonders brisante Abschnitte der Abfahrten die im Winter auf mich warteten. Dabei wird gelernt, die letzten Kraftreserven im entscheidenden Moment abzurufen. Und das ist wiederum nur möglich, wenn man schon in der Aufbauphase manchmal hart an die Grenzen der Leistungsfähigkeit herangeht.

    Jedem Menschen stehen, so Sportwissenschafter, etwa 70 bis 75 Prozent seines persönlichen Leistungsvermögens automatisch zur Verfügung. Der Rest auf 100% wird „autonom geschützte Reserve” genannt und kann in außergewöhnlichen Situationen abgerufen werden. Befindet sich jemand in Lebensgefahr, so fällt es dieser Person sicher leichter, ungeahnte Kräfte freizumachen, als nur so zum Spaß nach dem Sonntagnachmittagkaffee.

    Diesen Grenzwert in Richtung 100% zu verschieben, diese Grauzone ein bisschen auszuloten, ist das Ziel des Athleten. Um das zu schaffen muss er sich aber schinden und quälen.

    Eine bei den diversen Konditionstrainern ziemlich beliebte Methode Grenzwerte zu verschieben, stellten Hügelläufe dar. 14 Mal jeweils rund 30 Sekunden einen steilen Weg hinauflaufen, dann in einer Minute zurück zum Start und wieder von vorne beginnen. 30 Sekunden können so lange sein und 60 so kurz! Jedenfalls nach dem siebten, achten Durchgang ging es zum kollektiven Übergeben seitwärts der Büsche, um dann erleichtert die restliche Peinigung zu ertragen. Mein Gott was haben wir da oft geflucht! Zu dieser Trainingsmethode entwickelte ich im Laufe der Zeit eine richtige Hassliebe: Einerseits fürchtete ich mich davor, andererseits wusste ich aber, dass mich genau dieser Horror konditionell weiterbringen würde.”

    (Aus dem Buch von Günter Klug und Armin Assinger: „Auch Sieger haben Angst“ S. 53ff, Verlag: Wernbacher (Oktober 2002), ISBN-13: 978-3902335005)

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    Das sind also die Leiden einen Profi-Skifahrers. Da haben es wir Fußballer doch wesentlich einfach: Maximal zwei Monate Vorbereitung für ca. 1.000 Minuten Spiel in einer halben Saison. Aber auch im Fußball kann man nichts erreichen wenn man nicht bereit ist sich in der Vorbereitung zu quälen um dann während der Saison die Früchte der harten arbeit zu ernten. Sicherlich kann man über die sinnhaftigkeit solcher Trainingsmethoden streiten. Sportwissenschaftlich nach heutigem Wissensstand sicherlich nicht richtig. Von der psychologischen oder mentalen Seite gesehen vielleicht auch heute noch gar nicht so abwegig.

    Trotzdem denke ich sollte, der Blick auf das Vorbereitungstraining in einer anderen Sportart, auch Fußballer dazu motivieren sich mehr zu überwinden. Vor allem die “Talente” haben damit ja besondere Probleme. Vielleicht helfen die Auszüge aus dem Buch ja dem einen oder anderen Fußballer etwas auf die Sprünge. Aber das sind nicht die einzigen guten Infos dir man aus diesem Buch herausholen kann. Es hat noch wesentlich mehr Themen und Inhalte die auch für Fußballer oder Fußballtrainer sicher sehr interessant sein können!



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